Kinderbetreuung: Das Oma-Glück?!

Oma spielt in unserem Familienleben eine große Rolle — eine riesige sogar. Sie ist nämlich immer für uns da, jeden Tag. Meine Eltern wohnen im Haus direkt neben uns und so wachsen die Kinder ganz selbstverständlich nicht nur mit Mama und Papa auf, sondern auch mit ihren Großeltern.

Die Mädels vergöttern ihre Oma. Ist sie mal einige Stunden nicht zu sehen oder gar im Urlaub, laufen die Mäuse suchend durchs Haus und rufen: „Ömma? Ömma?“ (Bitte fragt mich nicht, warum sie es so aussprechen. Ich habe keine Ahnung 😉 ) Wir genießen dieses Großfamilien-Feeling. Und natürlich wissen wir auch die Vorteile dieser Nähe zu schätzen. Meine Mutter ist in unsere Kinderbetreuung fest eingeplant. Sie springt immer ein, wenn mein Mann und ich nicht zuhause sein können. Und sie hilft uns auch, wenn einer mit den Kindern allein ist. Die Unterstützung meiner Eltern macht es uns erst möglich, unser Leben so zu führen, wie wir es heute tun. Dessen sind wir uns jeden Tag sehr bewusst.

Umso mehr ärgert es mich manchmal,wenn andere Müttern unsere Situation kommentieren. Geht es um die Tücken der Kinderbetreuung, bekomme ich häufig sinngemäß zu hören: „Ihr habt ja so ein Glück, dass Oma so dicht dran wohnt! Wir müssen immer einen Babysitter engagieren und sind gar nicht flexibel. Ihr Glückskinder.“ An manchen Tagen lächle ich freundlich und sage: „Ja, das wissen wir auch sehr zu schätzen“. An anderen Tagen platzt mir die Hutschnur. Hallo? Dass wir neben meinen Eltern wohnen, ist doch keine Fügung des Schicksals. Das hat auch nichts mit Glück zu tun, das war eine bewusste Entscheidung. Wir haben unser Leben so geplant!

Meistens kommen solche Kommentare von denen, die es nach Schule und Studium möglichst weit weg trieb von ihren Eltern. Während sie die Heimatflucht ereilte, bin ich geblieben. Weil meine Mutter schon immer meine engste Vertraute war. Und weil ich mir immer ein Leben gewüscht habe, in dem Oma und Opa für meine Kinder da sind. Wir haben aus genau diesen Gründen das Haus neben meinen Eltern gekauft. Damals konnten einige das nicht verstehen. Sie wünschten sich Freiheit und Unabhängigkeit fern ab von Mama und Papa. Tja, und wie soll ich es sagen? Die haben sie nun. Unabhängig sein bedeutet auch manchmal, keine Unterstützung zu haben und die Dinge selbst regeln zu müssen. Das weiß man vorher. Und auch das ist eine bewusste Entscheidung. Lebensentscheidungen haben Konsequenzen und diese sollte man tragen, ohne ständig mit seinem Schicksal zu hadern. Also bitte schließt Frieden damit und genießt euer Leben. Und vor allem: Macht mir kein schlechtes Gewissen, weil ich es in diesem Fall leichter habe als ihr.

Eure Ella 

Advertisements

5 Gedanken zu „Kinderbetreuung: Das Oma-Glück?!

  1. Hallo Ella,
    es ist wie so oft der Neid, der aus den Menschen spricht! Der Neid, dass du Kinder und Job unter einen Hut bringst, der Neid, dass du so eng mit deiner Familie verbunden bist, der Neid, dass ihr euch so gut versteht, der Neid, dass ihr auch alle zusammen für die Mädels da seid und und und…

    Aber ich kann dir versichern, ist es nicht die Oma, die dich unterstützt, sondern ein toller Babysitter, dem du vertraust oder gute Freunde, die dein Kind betreuen, wenn es beruflich mal wieder eng wird, ertönen ähnliche Gesänge. Aber ähnlich wie du bewusst die Entscheidung getroffen hast, in der Nähe deiner Eltern zu bleiben, habe ich mich bewusst für diesen einen Babysitter entscheiden und mir auch nicht mal eben so meine Freundschaften aus einem Supermarkt-Regal gegriffen. Das Leben ist und bleibt einfach immer das, was man selbst daraus macht! Und dann anderen einfach nur das so offensichtlich zu neiden, was man selbst gerne hätte, ist ein absolutes Armutszeugnis!

    Besonders gerne höre ich in unserem Fall dann auch immer den Satz: „Ihr habt es so gut, euren Babysitter zahlt ja auch die Krankenkasse!“ Stimmt, damit haben wir wirklich das ganze große Los gezogen 😉

    Liebe Grüße,
    Dani

    P.S. Ich liebe deinen Blog, auch wenn ich keine Zwillinge habe 😃 und freue mich schon auf deine nächsten Beiträge!!!

    Gefällt mir

    • Süß, meine Liebe! Dankeschön 🙂 Hab schon so lange mit dem Gedanken gespielt und jetzt einfach mal losgelegt. Schön, dass es dir auch gefällt!! Ihr habt ja sogar dreifach Glück: Super Babysitter, von der Kasse vezahlt UND zwei Omas, die zwar nicht ganz dicht wohnen, aber sich um die kleine Maus reißen. Jetzt werd ICH neidisch ;-)))) Fühl dich gedrückt!

      Gefällt mir

  2. Hm, ich würde sagen es gibt viele Situationen wo man nicht viel wählen kann. Der Job des Mannes, eigene Ausbildung (nämlich weit fort vom ursprünglichen Wohnort), Eltern die ebenfalls wegziehen – vielfach nicht ideal! Eltern, die nicht mehr die nötige Gelassenheit haben auf die Enkelkinder aufzupassen und Schwiegereltern deren Ansichten sich so weit von deinen sind, so dass man die Kinder ihnen auch nicht anvertrauen möchte.

    Gefällt mir

  3. Pingback: Das Intraview: Mama und Papa in Elternzeit | zwillingerig

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s