Am Thema vorbei: Rechtschreibung im Social Web

Heute mache ich IMG_0004mich wahrscheinlich unbeliebt. Ich muss nämlich mal jammern. Über ein Thema, das rein gar nichts mit Zwillingen zu tun hat. Und zwar darüber, dass Rechtschreibung und Grammatik in Blogs und Social Media nicht mehr IN zu sein scheinen. Als gäbe es ein unsichtbares Schild auf dem steht: Du kommst hier net rein.


Viele Leute schreiben ihre Texte ohne Punkt und Komma runter, von Groß- und Kleinschreibung ganz zu schweigen. Auch die Grammatik bleibt immer öfter auf der Strecke. Versteht mich nicht falsch: Ich liebe Sprache und bin trotzdem kein Korinthenkacker. Solange alles verständlich ist und Spaß macht zu lesen, ist Verkürzung und Vereinfachung völlig in Ordnung. Wenn ich aber einen Satz drei Mal lesen muss, weil sich ohne ein einziges Komma der Sinn nicht mehr erschließt, werde ich ungeduldig. Dann hat die vermeintliche Vereinfachung ihren Sinn direkt verfehlt. Kommas gibt es ja nicht, um uns zu ärgern. Sie helfen, uns verständlich auszudrücken. Gleiches gilt für Groß- und Kleinschreibung. Es gibt einfach einen Unterschied zwischen „die Spinnen“ und „die spinnen“. Und wenn ich immer öfter lese, dass Familien regelmäßig zusammen spaTzieren gehen und die Mutter sich mit ihreN Mann einen schönen Abend macht, werde ich schon langsam nervös.

Warum ich das schreibe? Weil viele sagen, im Social Web sei Rechtschreibung egal. Das merke eh niemand und es interessiere auch niemanden. Ich muss einfach mal loswerden: Ich merke es — jedes Mal. Und es stört mich manchmal ungemein. Geht das noch jemandem so? Oder bin ich diesbezüglich wirklich ein Nerd?

Eure Ella

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8 Gedanken zu „Am Thema vorbei: Rechtschreibung im Social Web

  1. Das ist nicht gejammert, sondern leider harter Fakt. Ich lese solche Beiträge nicht bis zum Ende und abonniere solche Blogs dann auch nicht, weil es mir einfach zu anstrengend ist. Da ist der Mensch ja bekanntlich faul.
    Wenn ich schreibe, möchte ich dass mein Geschriebenes auch verstanden wird. Also mache ich mir die Mühe zumindest annähernd Interpunktion und Groß- und Kleinschreibung zu verwenden. Ich glaube, da wird auch niemand so akribisch sein, das auf absolte Perfektion zu überprüfen, wenn es insgesamt einen ordentlichen und leserlichen Eindruck macht.
    In meinen Augen ist das eben auch eine Sache des Respekts meinen (irgendwann mal vorhandenen 😀 ) Lesern gegenüber.

    Du bist also nicht allein!

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  2. Da hast Du vollkommen Recht! Ich finde es erschreckend, dass so wenige Menschen ihre eigene Sprache nicht richtig schreiben können. Eben erst gelesen: Wahren mit den Kleinen gestern Scharfe streicheln. Das fehlen Grundkenntnisse! Waren diese Leute nicht in der Schule? Ich hab erst mit 4 im KiGa Deutsch gelernt und beherrsche Rechtschreibung und Grammatik. Und ich finde, es ist nicht egal „nur“ weil es das Internet ist, dass man schreibt wie man will. Es ist peinlich!

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  3. Bravo! Ein Verfechter des korrekten Genitivs und des richtigen Konjunktivs (ja, auch der Irrealis hat seine Berechtigung!) in der indirekten Rede verneigt sich hiermit anerkennend vor diesem Beitrag.

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