Papa packt an: Der Traum einer jeden Mutter?

Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht: In der Betreuung und Erziehung unserer Zwillinge, habe ich reichlich Unterstützung. Papa war von Anfang an voll eingespannt, ist mit mir ein Jahr zuhause geblieben und arbeitet jetzt in Teilzeit. Viele Mütter wünschen sich genau das — einen Mann der sich um die Kleinen kümmert. Ich würde es jeder Mutter gönnen, die diesen Wunsch ernst meint. Doch es gibt auch andere Mütter. Mütter, die über ihre Verantwortung jammern und ihren Männern gleichzeitig gar keine Chance lassen.

Ich kenne einige von ihnen: die Jammern-aber-gar-keine-Kontrolle-abgeben-wollen-Muddis. Sie betonen bei jeder Gelegenheit, wie sehr sie sich für die Familie aufopfern; dass der Vater sich nicht genug um seine Kinder kümmert. Und wenn Papa dann doch mal mit den Kindern allein ist, rufen sie alle drei Sekunden an und fahren früher nach Hause, um ihn abzulösen. Sie versuchen genervt zu klingen und können doch den Stolz nicht verbergen, wenn sie Sätze sagen, wie: „Ich muss leider los, sie/er schläft nur bei mir ein.“ Sie reiben ihrem Mann ständig unter die Nase, dass sie besser wissen, was der Nachwuchs braucht. Und bevor die Väter sich an ihren Kindern ausprobieren können, hat Muddi sie ihnen auch schon wieder weggeschnappt. Entschuldigung, aber so sieht keine gleichberechtigte Elternschaft aus. Diese Mütter möchten zwar Unterstützung, sind aber nicht bereit, ihren Platz als unumstrittene Nummer eins beim Kind aufzugeben.

Doch warum? Ist man eine schlechtere Mutter, wenn die eigenen Kinder nicht ausschließlich auf einen fixiert sind? Nein, finde ich gar nicht. Meinen Kindern ist es völlig egal, ob ich da bin oder Papa. Ich finde es toll, dass wir als Familie so funktionieren. Es ist ein zusätzliches Glück, dieses enge Band zwischen Papa und seinen Kindern zu erleben. Und es gibt mir Freiheiten, die ich sonst nicht hätte.

Ein Vater ist nunmal kein Babysitter. Wenn wir auf seine Pflichten pochen, müssen wir ihm auch seine Rechte lassen. Und dieses Recht ist eine enge Bindung zu seinem Kind — im Zweifel genauso eng wie die zur Mutter. Das bringt mit sich, dass man loslassen muss und auch ein kleines Stück entbehrlicher wird. Jede Mutter sollte sich selbst fragen, ob sie dazu bereit ist — möglichst bevor sie jammert und die Situation anderer Leute bewertet.

Eure Ella

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3 Gedanken zu „Papa packt an: Der Traum einer jeden Mutter?

  1. Ganz ehrlich? Ich freu mich täglich wie ein Schnitzel, dass ich die Kinderchen am Abend nicht hinlegen darf. „Niiiicht die Mama!“
    Lass sie doch quaken, die Muddis (lustiges Wort). Wer wirklich klug ist, der hat sich einen guten Papa an seine Seite geholt, der seinen Kleinen mehr bieten kann als bloße Mama-Assistenz 😉

    Gefällt 1 Person

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