Das Intraview: Ich bin das schlechte Gewissen

Ihr wisst schon recht viel über mich: Ich habe direkt nach dem Mutterschutz wieder angefangen zu arbeiten. Familie, Arbeiten, Freunde und Hobbys bekomme ich unter einen Hut. Ich bin ehrlich total zufrieden mit meinem Leben. Was ihr vielleicht noch nicht wisst: Trotz allem habe ich einen ständigen Begleiter, den ich einfach nicht abschütteln kann. Das schlechte Gewissen.

Wann habe ich ein schlechtes Gewissen?
Eigentlich immer. Wenn ich zur Arbeit gehe, habe ich ein schlechtes Gewissen, dass ich nicht bei meinen Kindern bin. Wenn ich bei der Arbeit wieder aufbreche, habe ich das Gefühl, ich müsse eigentlich noch etwas erledigen. Wenn mein Klavierlehrer kommt, habe ich ein schlechtes Gewissen, dass ich nicht genug geübt habe. Und wenn ich mal faul auf der Couch liege, habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich statt dessen auch etwas Sinnvolles machen könnte.

Warum habe ich dauernd dieses schlechte Gewissen?
Ich habe absolut keine Ahnung! Rational weiß ich, dass ich überall mein Bestes gebe und mir absolut nichts vorzuwerfen habe. Meine Kinder sind glücklich mit Papa und haben außerdem sehr viel Mama-Zeit, bei der Arbeit bringe ich mich voll ein und dass ich überhaupt noch Hobbys habe, ist doch eigentlich Leistung genug. Also alles kein Grund, sich Stress zu machen. Und doch tue ich es. Das ist wahrscheinlich einfach mein Naturell, dass ich in diesem Leben nicht mehr ändern werde. Schon bevor ich Kinder hatte, konnte ich schlecht faulenzen und hatte immer das Gefühl, irgendetwas erledigen zu müssen. Mit Kindern ist das nur noch deutlicher geworden.

Gibt es eine Lösung?
Wahrscheinlich nicht. Immerhin kann ich mich selbst genug reflektieren, um zu wissen, dass dieses schlechte Gewissen Schwachsinn ist. Ich kann es zwar nicht abstellen, aber ich nehme es selbst nicht mehr ganz so ernst. Ich kann es inzwischen einigermaßen gut ignorieren. Und sage mir immer wieder: Bleib locker. Deine eigenen Ansprüche wirst du eh nie komplett erfüllen. Also spare Energie und investiere sie in Dinge, die dir wirklich wichtig sind. Tschacka! 😉

Kennt das noch jemand außer mir?

Eure Ella

 

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Ein Gedanke zu „Das Intraview: Ich bin das schlechte Gewissen

  1. Pingback: Das Intraview: #Vereinbarkeit | zwillingerig

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