Zwillingerig extreme: das Interview

So ihr Lieben, ich starte mal wieder eine neue Kategorie. Eine, über die ich mich besonders freue. Ich werde ab jetzt hin und wieder mal andere Zwillingsmuddis und Zwillinge interviewen. Wer ‚Über zwillingerig’ gelesen hat, weiß, dass ich das schon lange vor hatte. Aber jetzt habe ich endlich einen passenden Schwerpunkt gefunden: Ich möchte Menschen sprechen, die eine ganze besondere Geschichte haben. Eine Geschichte, die auch uns als überraschungserprobte Zwillingsmuddis noch zum staunen bringen kann. Da ich diese Mamas natürlich erstmal aufspüren muss, wird es eine eher kleine aber feine Auswahl an Interviews sein. Ich hoffe, sie gefallen Euch.

Den Anfang macht Jutta — manche kennen sie vielleicht als Fräulein Fröhlich auf Instagram. Ihre Geschichte hat mich total fasziniert: Jutta ist stolze Mama von eineiigen Zwillingen. Die Jungs sing mittlerweile dreieinhalb Jahre alt und die kleine Familie fühlte sich noch nicht komplett. Also sollte ein Geschwisterchen her. Und so unglaublich es klingt: Es werden wieder Zwillinge! Was Jutta und ihre Familie jetzt bewegt, erfahrt ihr hier.

Wie groß war die Überraschung in deiner ersten Schwangerschaft, als du erfahren hast, dass Zwillinge unterwegs sind?
Jutta: Die Überraschung war sehr groß. Beim ersten Ultraschall hat noch niemand an Zwillinge gedacht. Eine Woche später (mein Mann war zum Glück dabei) kam dann der Schreck. Wir sahen ein Herzchen flimmern und dann war da plötzlich noch ein zweites Flimmern. Ich wollte in diesem Moment nicht glauben, was wir da sahen. Ich kann mich auch überhaupt nicht mehr daran erinnern, was mein Frauenarzt zu mir sagte. Ich weiß nur, dass dann nur noch ein lautes hysterisches Lachen aus mir herausgebrochen ist. Die nächsten zwei, drei Tage habe ich total neben mir gestanden. Mein Mann hat sich von Anfang an riesig gefreut und mich zum Glück recht schnell mit seiner Freude angesteckt.

Das hysterische Lachen kenne ich aus eigener Erfahrung sehr gut ;-). Hast du jemals mit dem Gedanken gespielt, dass es bei einer zweiten Schwangerschaft wieder Zwillinge werden könnten?
Jutta: Nicht wirklich. Da es immer heißt, dass eineiige Zwillinge nicht vererbbar und eher eine Laune der Natur sind, habe ich diesen Gedanken immer weit weggeschoben. Wir haben noch im Januar unseren Zwillingswagen verkauft und sechs Wochen später erfahren, dass wir ihn doch noch gebraucht hätten.

Ich glaube, ich hätte mich vom Frauenarzt veräppelt gefühlt. Wie habt ihr reagiert?
Jutta: Das Ultraschallbild erschien auf dem Monitor und ich erkannte sofort, dass da wieder zwei Herzchen schlagen. Bevor der Arzt etwas sagen konnte, brach nur das Sch-Wort aus mir heraus. Richtig glauben konnte ich es nicht. Erst als dann die beiden Gummibärchen zu sehen waren wurde es realer. Mein Mann war geschockt. Er hat diesmal sehr lange gebraucht, um sich mit der Situation anzufreunden. Und typisch Mann galt einer seiner ersten Gedanken dem Auto ;-).

Wie erklärt ihr den Jungs, was da auf sie zukommt?
Jutta: Wir versuchen, die beiden so viel wie möglich in das Thema einzubinden. Wir haben den Jungs erklärt, dass in meinem Bauch zwei Babys sind und ich mich deswegen viel ausruhen muss. Wenn ich ein neues Ultraschallbild bekomme, schauen sie es sich immer mit großer Begeisterung an. Und sie geben dem Bauch Küsschen. Ich glaube allerdings nicht, dass sie verstehen, was da genau auf sie zukommt. Zwillinge an sich sind für die beiden nichts Außergewöhnliches. Allein in unserer Straße gab es damals bei den Jungs innerhalb eines halben Jahres drei Mal Zwillinge. Wahrscheinlich würden die Jungs eher stutzig werden, wenn sie nur ein Geschwisterchen bekämen 😉

Wir Zwillingsmütter reden häufig darüber, welche doofen Sprüche wir uns anhören müssen. Mit doppelten Zwillingen werden die Sprüche bestimmt doppelt so doof, oder?
Jutta: Bisher hielten sich die blöden Kommentare sehr in Grenzen. Wenn wir von der Schwangerschaft erzählen, ist meist die erste Frage „Aber diesmal ist es nur eins?“. Wir kontern dann meist ganz trocken „Nein, es sind wieder zwei“. Die Blicke des Gegenüber sind dann immer sehr lustig und richtig glauben wollen es die wenigsten sofort. Bisher habe ich nur einen einzigen blöden Kommentar zu hören bekommen. Eine Arzthelferin meinte doch allen Ernstes, dass wir dann ja genug Kinder hätten und sich hoffentlich einer von uns beiden anschließend sterilisieren lässt. Mir fehlten leider die Worte, um eine passende Antwort zu geben. Ansonsten sind wir hier im Ort natürlich das Top-Thema. Innerhalb von zwei Tagen wusste es das halbe Dorf.

Ich darf es verraten. Es werden zwei Mädchen. Hand auf Herz: Wie sehr hast du dir gewünscht, nach zwei Jungs nun zwei Mädchen zu bekommen?
Jutta: Bei mir kam ein richtiger Wunsch überhaupt nicht auf, da ich mir von Anfang an sehr sicher war, dass es wieder zwei Jungs werden. Als es dann hieß, dass es zwei Mädchen werden, wollte ich das erst überhaupt nicht glauben. Mein Mann grinste wie ein Honigkuchenpferd. Er hat sich zwei Prinzessinnen gewünscht. Und auch ich bin wirklich sehr glücklich, dass ich jetzt Verstärkung bekomme. Besser hätten wir es uns nicht erträumen können.

So manche Zwillingsmutter würde sicher einiges anders machen, wenn sie die Zeit noch einmal zurück drehen könnten. Du hast die einmalige Chance, die komplette Zwillingsentwicklung noch einmal zu begleiten. Wirst du etwas anders machen als beim ersten Mal?
Jutta: Nein, ich denke nicht. Die Jungs sind allerdings sehr auf sich fixiert. Sie haben das
erste Jahr zusammen in einem Bett geschlafen und jetzt brauchen sie immer noch den Bruder in der direkten Nähe. Deswegen haben wir
sie auch im Kindergarten nicht getrennt. Sollte sich bei den Mädels allerdings herausstellen, dass sie nicht so aneinander kleben oder sich in
der Entwicklung sogar stören, würden wir sie im Kindergarten in unterschiedliche Gruppen geben. Das lassen wir aber alles auf uns zukommen
und werden einfach auf die Bedürfnisse der Kinder achten.

Worauf freust du dich am meisten?
Jutta: Ich freue mich wahnsinnig darauf die Mädels in den Armen zu halten und auf diesen ganz besonderen Babygeruch. Auch wird es bestimmt ein ganz besonderer Moment werden, wenn die Jungs zum ersten Mal ihre Schwesterchen sehen.

Wovor hast du am meisten Angst?
Jutta: Vor der Zukunft mit vier Kindern habe ich überhaupt keine Angst. Da bin ich mir sicher, dass wir das schaffen werden. Mir macht die Schwangerschaft am meisten Angst. Leider lief die Schwangerschaft mit den Jungs alles andere als optimal. Ich musste ab der 20. SSW liegen, ab der 22. SSW auch vier Wochen stationär. Ich habe es dann zuhause auf dem Sofa bis in die 34. SSW geschafft. Jetzt kommen diese ganzen Erinnerungen wieder hoch. Was, wenn ich wieder so lange liegen oder sogar ins Krankenhaus muss? Wie werden die Jungs dann mit der Situation umgehen? Vor jedem Frauenarzttermin habe ich regelrechte Panikattacken, dass wieder irgendetwas nicht in Ordnung sein könnte.
Genauso habe ich große Angst davor, dass die beiden viel zu früh auf die Welt kommen. Die Jungs waren nur drei Wochen auf der Frühchenstation, trotzdem habe ich keine schönen Erinnerungen an diese Zeit.

Hast du einen unschlagbaren Tipp für andere Zwillingsmütter auf Lager?
Jutta: Lasst euch nicht von irgendwelchen Tipps verunsichern und hört stattdessen auf euren Bauch und euer Herz. Als Mama handelt man instinktiv richtig.

Liebe Jutta, ich danke Dir vielmals, dass Du mir das Vertrauen geschenkt und so persönlich geantwortet hast. Ihr seid eine ganz besondere Familie und ich finde es toll, wie Ihr Euer Glück zu schätzen wisst. Ganz sicher werde ich mitverfolgen, wie es Euch ergeht!

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7 Gedanken zu „Zwillingerig extreme: das Interview

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