Wie wir versuchten, einen Ausflug zu machen…

Tuff, tuff, tuff, wir fahren in den Zoo! Das dachten wir uns zumindest am Samstag. Aber irgendwie sollte das nicht sein. Über einen unerwartet kurzen Familienausflug und meine neu entdeckte olfaktorische Schmerzgrenze.

Schon den ganzen Sommer über haben wir geplant, einmal mit den Mädels nach Hamburg zu Hagenbeck zu fahren. Irgendwas kam immer dazwischen — mal das Wetter, mal unsere Laune. Jetzt haben wir quasi auf den letzten Drücker unsere Chance gewittert. Die Vorhersage zeigte Sonne an und die Mädels waren trotz erneuter Kita-Rotznase und leichtem Husten prima drauf. Also mit der ganzen Mannschaft ab ins Auto: Mama, Papa, Oma, Opa, große und kleine Schwester (Ford Galaxy sei Dank). Das wird ein toller Tag!

Kaum fahren wir auf die Autobahn, fängt es an zu regnen. So war das aber nicht abgesprochen!? Naja, von so einem kleinen Schauer lassen wir uns doch nicht die Laune verderben. Die Mädels zappeln in ihren Sitzen und rufen „Affen! Affen!“, als wollten sie Papa anfeuern, schneller zu fahren. Drei Minuten später sind sie tief und fest weggepennt… Die Kinder kommen eben doch nach Mama… Leider gibt der Regen nicht so schnell auf wie die Mädels. Der kleine Schauer entpuppt sich als hartnäckiger Dauerregen, der einfach nicht aufhören will. Unsere Mundwinkel bewegen sich langsam gen Fußraum, aber wir wollen die Stimmung im Auto bis zuletzt retten. Wir ziehen das durch! Oder zumindest fahren wir erstmal bis zum Park und gucken mal, wie es da aussieht. Das Aquarium soll ja auch ganz schön sein…

Der Plan steht. Und als wir nach über einer Stunde Fahrt betont optimistisch durch Hamburg cruisen, fängt die kleine Schwester plötzlich im Schlaf an zu husten — ziemlich heftig. Und weil sie partout nicht aufwachen will, steckt sie passend dazu noch den Daumen in den Mund. Das Chaos ist perfekt. Die kleine Maus fängt vor lauter Husten an zu würgen und lässt sich ihr Frühstück noch einmal durch den Kopf gehen. Achwas, nicht einmal. Viermal! Shirt, Body, Autositz, Mama: Alles ist liebevoll bedeckt; die Details erspare ich Euch lieber. Nur so viel: Wir sind bisher sehr verwöhnt, was Spucken angeht. Unsere Mäuse sind fast zwei und hatten noch nicht einmal etwas Margen-Darm-Ähnliches. Spucken ist uns also total fremd, seit sie aufgehört haben, ständig irgendwo Muttermilch rauszuschießen. Das zählt ja (zumindest geruchsmäßig) nicht als Spucken. Und ich dachte immer, mit Kotze wäre es wie beim Wickeln — was das eigene Kind so von sich gibt, kann man als Mama irgendwie ertragen. Aber weit gefehlt. Hier muss ich mich wirklich stark zusammenreißen, um nicht direkt daneben zu spucken! Gleichzeitig tut mir meine kleine Maus so leid, die gar nicht weiß, wie ihr geschieht. Genauso wenig wie ihre Schwester, die einen immer starreren Blick bekommt.

An einer Tanke legen wir den kleinen Spucker schließlich notdürftig trocken. Ich opfere mein Shirt und wickle die Maus darin ein. Den wohlriechenden Autositz können wir ihr natürlich nicht ersparen. Und weil es immer noch nicht aufgehört hat zu regnen, beschließen wir einstimmig: Es soll wohl heute nicht sein mit unserem Ausflug. Die Tiere müssen weiter auf uns warten. Also drehen wir um und fahren unverrichteter Dinge wieder über eine Stunde nach Hause. Kaum auf der Autobahn stimmen die Mäuse wieder ihre „Affe! Affe!“-Rufe an und als wir zuhause auf die Auffahrt einbiegen, kommt auch die Sonne raus. Aber was soll’s: Wir haben was erlebt, was uns als Erinnerung keiner mehr nehmen kann. Und nach einer Rundum-Wäsche sind wir dann noch in die Zoohandlung gefahren. Häschen und Meerschweinchen angucken statt Löwen und Affen. Irgendwas ist ja immer…

Eure Ella

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