Party on — der erste Kindergeburtstag

Keine zwei Monate in der Kita und schon flatterte die erste Einladung zum Kindergeburtstag ins Haus. Mats wird zwei und die Mädels zählen zu den erlesenen Party-Gästen. Gestern war es soweit. Und ich sinniere darüber, ab wann man eigentlich Kindergeburtstage feiern muss.

Sollte sich eine gute Mutter nicht freuen, wenn ihr Nachwuchs zum Kindergeburtstag eingeladen wird? Schließlich scheinen die Zwerge dann nicht ganz unbeliebt zu sein. Doch ich muss zugeben: Mich hat die Einladung eher verwundert und unter Druck gesetzt. Warum?

Mats war vor seinem Geburtstag gerade einmal drei Wochen in der Kita. Das bedeutet, er kannte auch die Kinder erst drei Wochen. Trotzdem er sich aus den zehn Kindern der Gruppe einen anderen Jungen und meine Mädels als Party-Gäste ausgesucht. Da frage ich mich natürlich: Warum steigt diese Party? Wollte klein Mats unbedingt mit seinen neuen Freunden feiern? Oder war es vielmehr Mats-Mama, die gerne eine Party schmeißen wollte und sich überlegt hat, welche anderen Mamas sie ganz gern um sich hätte? Bitte versteht mich nicht falsch: Kindergeburtstage sind toll und die Einladung war ganz lieb. Ich bin mir nur nicht sicher, ob man Zweijährigen damit einen Gefallen tut?! Wenn die Kinder sich schon aus Babyzeiten kennen und gern miteinander spielen, ist alles bestens. Aber quasi auf Krampf aus frischen Bekanntschaften Kinder auswählen, um das Wohnzimmer voll zu bekommen…muss das wirklich sein? Macht man das heute so?

Ich beschloss, der Sache ganz aufgeschlossen gegenüber zu stehen und die Mädels für die Feier zu begeistern. Sie hatten heute keine große Lust, das Haus zu verlassen und verstanden gar nicht, was wir bei Mats zuhause sollten. Der gehört doch in den Kindergarten ;-). Aber ich machte mich mit den beiden auf den Weg und erzählte immer wieder fröhlich, dass wir jetzt Mats‘ Geburtstag feiern gehen (schlagende Argumente waren Kuchen und Naschis). Meinen Mann habe ich zuhause gelassen — für mich ganz selbstverständlich. Schließlich geht es da nicht um uns, ich muss die Mädels nur begleiten, weil sie noch zu klein sind. Doch auch da lag ich falsch: Die Gastgeber waren furchtbar überrascht, dass ich allein kam. Wir waren doch tatsächlich als Paar eingeladen. Und die anderen Eltern haben das auch gewusst (oder geahnt?). Es war ein Tisch eingedeckt und es gab für uns Eltern ausführlich Kaffee und Kuchen. Es wirkte eher wie ein Eltern-Kaffeeklatsch mit Kindern, als eine Kinderparty mit Eltern. Das hat ganz automatisch in mir wieder die Frage aufgeworfen: Für wen machen wir das hier eigentlich?

Die Kinder haben nach dem Kaffee noch wirklich schön mit einander gespielt. Das war schon niedlich! Und was mich fasziniert hat: Die beiden Jungs konnten unsere Mädels ohne Probleme auseinander halten. Der Nachmittag war also insgesamt schön und auch die Kinder hatten ihren Spaß. Trotzdem hat er mich ins Grübeln gebracht. Ich selbst hatte mir vorgenommen, erst zum dritten Geburtstag mit einer richtigen Kinderparty anzufangen. Dieses Jahr sollten zur Familienfeier nur mein Patenkind und ihr Babyfreund aus dem Krankenhaus dazu kommen. Muss ich mein Vorhaben jetzt über Bord schmeißen? Fordert eine Einladung direkt eine Gegeneinladung heraus? Fängt es schon jetzt an mit dem Gruppenzwang? Ich glaube nicht. Wir Eltern kennen unsere Mäuse am besten. Und wir wissen, dass sie sich im Kreise ihrer Lieben am wohlsten fühlen. Sie brauchen für den vollen Geburtstagsspaß noch nicht viele andere Kinder — und schon gar nicht deren Eltern. Deshalb lassen wir in diesem Jahr noch die Kinderparty im Kindergarten und machen Zuhause was wir wollen.

…es sei denn, wie werden bis dahin noch zu fünf anderen Partys eingeladen… 😉

Eure Ella

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2 Gedanken zu „Party on — der erste Kindergeburtstag

  1. Bei meinen Nichten in Berlin und Köln konnte ich beobachten, dass es dort Trend ist, den abholenden Eltern abends auch noch eine kleine Party zu veranstalten. Mein Neffe in Kalifornien hat seinen 6. Geburtstag mit über 30 Kindern plus Geschwisterkinder und Elternteilen im Park gefeiert. Da komme auch ich als leidenschaftliche Eventirganisatorin in Grübeln. Ich hoffe wir können uns einen gewissen hinterfragenden Blick auf Abstand behalten.

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    • Das ist wirklich heftig! 😳 Wenn alle Spaß dran haben, ist ja ok. Aber wenn es nur noch Stress ist, würde ich mir sowas lieber sparen. Wem tut man damit dann einen Gefallen? Ich hoffe auch, dass ich mich weiter frei machen kann vom Gruppenzwang. Schacka, wir schaffen das! ☺️

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