Die Töchter der Vernunft

Ihr Lieben, mein Mamaherz hat heute einen riesigen Hüpfer gemacht. Da gebe ich mir alle Mühe, meine Minis für den Zauber von Weihnachten zu begeistern und sie schmettern mir Argumente entgegen, von denen sich manch Erwachsener noch eine Scheibe abschneiden kann.

Meine Mäusekinder blättern heute Nachmittag einen Prospekt vom Spielzeuggeschäft durch. Oma fragt sie: „Was soll der Weihnachtsmann euch denn bringen?“ Innerlich stelle ich mich schon auf eine Aufzählung der wildesten Dinge ein. Woher sollen sie schließlich wissen, was genau gemeint ist? Sie haben ja noch nie bewusst Weihnachten erlebt und knapp einen Monat nach dem zweiten Geburtstag kann man wohl noch keinen ausgefeilten Wunschzettel erwarten. Doch was antworten meine Mäuse?

„Nur Naschi. M. und L. keine Geschenke brauchen. Ganze Tisch voll Geschenke: Bausteine, eine Küche, ein Luffebong (Luftballon) und noch ein Luffabong…“

So zählen Sie alle Geschenke auf, die sie zu ihrem Geburtstag bekommen haben, laufen durchs Wohnzimmer und zeigen strahlend auf alles. Ich war echt von den Socken, als ich das gehört habe. Da erzählen mir meine zweijährigen Zwillis, dass sie zu Weihnachten keine Geschenke brauchen, weil sie so schöne Dinge zum Geburtstag bekommen haben. Ich hätte glatt ein Tränchen verdrücken können.

Da sag noch mal einer, Kinder in diesem Alter bekämen gar nicht mit, dass sie Geburtstag haben und sie würden ihre Geschenke noch gar nicht würdigen können. Schon am Geburtstag habe ich gemerkt, dass sie jedes Teil ganz bewusst wahrnehmen. Dass sie all das auch einen Monat später noch komplett auf dem Zettel haben und zu schätzen wissen, hätte ich in diesem Alter nicht erwartet. Und was lerne ich daraus?

Erstens, dass man seine Kinder niemals unterschätzen sollte. Wirklich niemals und in keinem Alter! Und zweitens, dass wir wahrscheinlich alle als kleine Hosenscheißer mal sehr genügsam waren und für unser Glück und unsere Zufriedenheit nicht viel brauchten — zumindest nichts Materielles. Darauf sollten wir uns vielleicht ab und an mal wieder besinnen. Es würde uns einigen Stress nehmen und uns vielleicht für das öffnen, was wirklich wichtig ist.

Das war mein Wort zum Donnerstag ;-). In diesem Sinne, liebe Grüße

Eure Ella

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