Die Silvesterzwillis

Habt ihr von den Zwillingen in den USA gehört, die in der Silversternacht geboren wurden — das Mädchen eine Minute vor Mitternacht und der Junge zwei Minuten danach?! Dieses Zwillingspärchen hat also nicht nur an unterschiedlichen Tagen Geburtstag, sondern sogar in unterschiedlichen Jahren. Ich hab mir mal Gedanken gemacht, wie ich das so finde…

Wenn meine Mädels an jedem beliebigen Tag über Mitternacht geboren wären und unterschiedliche Geburtstage hätten, würde ich das eigentlich ziemlich cool finden. Jede hätte ihren eigenen Ehrentag, an dem sie ganz allein im Mittelpunkt steht. Und feiern könnten sie trotzdem gemeinsam, wenn sie möchten. Für mich klingt das nach einer schönen Vorstellung und ich hätte bestimmt nicht gemeckert, wenn es bei uns zufällig so gekommen wäre.

Aber an Silvester? Zwei Geburtstage in unterschiedlichen Jahren? Das finde ich schon recht krass. Obwohl es nur drei Minuten Unterschied sind, wird das für die Kinder einige Auswirkungen haben. Als Bundesjugendspiel-Traumatisierte denke ich da direkt an sportliche Wettkämpfe, bei denen es nach Jahrgängen geht. Das Mädchen wird immer das jüngste Kind ihres Jahrgangs sein und gegen Kinder antreten müssen, die 12 Monate älter sind als sie. Der Junge dagegen ist das älteste Kind und hat damit einen Vorteil gegen die ganzen Jungspunde seines Jahrgangs. Natürlich spielt das eigentlich keine Rolle. Für die Konkurrenz unter Zwillingen und das Selbstbewusstsein, kann es aber durchaus von Bedeutung sein. Und Sport ist sicher nicht der einzige Bereich, in dem der Geburtsjahrgang entscheidend ist. Wären die beiden beispielsweise vor 1965 in Deutschland geboren, müsste der Bruder zwei Monate auf seine Rente zuarbeiten als die Schwester — nur weil er ein anderer Jahrgang ist. 😉 Als Eltern stelle ich es mir nicht leicht vor, bei all diesen Themen zu vermitteln.

Klar, das Schicksal wollte es so (es war eine natürliche Geburt). Trotzdem glaube ich: Wäre ich als Mutter in dieser Situation gewesen, hätte ich die Ärzte angebettelt, nicht ganz so genau auf die Uhr zu schauen und beide Kinder ins gleiche Geburtsjahr zu verfrachten. Aber vielleicht ist die Faszination, etwas Besonderes zu sein, am Ende ja doch wichtiger, als die alltäglichen Schwierigkeiten.

Was meint ihr?

Eure Ella 

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